Sechs Tipps für mehr Online-Sicherheit

Bedrohungen & Hacks, Sicherheit & Privatsphäre, Tipps & Tricks 

IT-Sicherheit ist Gewohnheitssache. Viele Sicherheitsmaßnahmen können Sie sich so antrainieren, dass sie schnell in Fleisch und Blut übergehen. Wir haben sechs Tipps, mit denen Sie dafür sorgen können, dass Ihre digitale Identität nicht in die Hände von Kriminellen fällt.

1: Lernen Sie etwas OPSEC

„Die Leute wollen sich immer gegen Hacker schützen – aber deutlich wahrscheinlicher ist es, dass sie ihr Smartphone oder den Laptop in einem Taxi liegen lassen“, sagt Tom Van de Wiele, Principal Security Consultant bei F-Secure. Das menschliche Gehirn ist nicht besonders gut, wenn es ums Abschätzen von Risiken geht, so Tom. Wir sind besessen von schlagzeilenträchtigen Risiken, ignorieren aber Dinge, die deutlich realistischer sind. So ist es beispielsweise deutlich wahrscheinlicher, dass das eigene Kind oder eine Evil Maid an den Laptop kommt statt dass ein Hacker im Staatsdienst das System im Visier hat. Um die eigene Angriffsfläche gegen reale Attacken zu minimieren, sollten Sie sich zumindest ein wenig mit dem Thema Operative Sicherheit, kurz OPSEC, vertraut machen. Das ist nicht schwer und erfordert eigentlich nur, dass man sich seiner Umgebung bewusst ist. Beispiele dafür sind etwa, dass Sie Zugangskarten nicht offen tragen sollten oder darauf achten, dass Ihnen beim Arbeiten niemand über die Schulter sieht.

Den kompletten Comic können Sie hier kostenlos als PDF herunterladen.

2: Setzen Sie auf schlaue Software

Gute Sicherheitsprogramme arbeiten für Sie – nicht andersherum. Bei F-Secure haben wir neben den Schutzprogrammen für Endpunkte wie Smartphones, Tablets oder Notebooks zwei Lösungen, die genau hier ansetzen: Der Passwort Manager F-Secure KEY sorgt dafür, dass Sie sich nur noch ein Kennwort merken müssen, aber für jeden Zugang ein starkes Passwort nutzen. Die Software ist in der Grundversion kostenlos.

Zudem sorgen wir dafür, dass Ihre Kommunikation auch in öffentlichen Netzwerken geschützt ist – zumindest, wenn Sie unsere VPN-Lösung F-Secure FREEDOME nutzen. Diese schützt Sie nicht nur vor Mitlauschern im öffentlichen WLAN, wir blocken auch Tracking-Software automatisch.

3: Gehen Sie davon aus, dass andere Ihre Daten nicht schützen

Falls Ihre Zugangsdaten öffentlich im Netz landen, ist das wahrscheinlich nicht Ihre Schuld. Tatsächlich könnte Ihr Kennwort samt Nutzername längst im Web bekannt sein, ohne dass Sie etwas davon merken. Denn durch Einbrüche bei Unternehmen wie LinkedIn, Yahoo, Adobe, MySpace oder Gamigo sind Millionen von Zugangsdaten im Web zu finden. Überprüfen können Sie das einfach, indem Sie den Dienst HaveIBeenPwned.com besuchen und ihre E-Mail-Adresse dort eingeben.

Wie lässt sich das Risiko eines Missbrauchs minimieren, wenn ein Anbieter Ihre Daten an Kriminelle verliert? Sie sollten pro Dienst ein starkes, einmaliges Kennwort haben. Das verhindert eine Mehrfachnutzung. Auch macht es Sinn, mehrere E-Mail-Konten zu nutzen oder Mail-Adressen dynamisch anzulegen. Google-Mail etwa erlaubt den Einsatz von Aliasen, so dass E-Mails an max.mustermann@gmail.com im gleichen Postfach landen wie max.mustermann+kommentar@gmail.com. Ähnlich klappt das auch bei T-Online oder GMX. Eine Alternative dazu sind Wegwerf-E-Mail-Adressen. Diese Postfächer gibt es nur kurze Zeit, sie werden danach gelöscht. So können Spammer oder Phisher diese Informationen nicht wirklich nutzen.

4: Nutzen Sie einen Browser exklusiv für Shopping und Online-Banking

Browser sind essentiell für den Internetzugriff – entsprechend sind sie auch Ziele für Kriminelle. Es macht daher durchaus Sinn, die eigenen Browser-Gewohnheiten aufzuteilen. F-Secure Experte Sean Sullivan empfiehlt, sich einen Browser exklusiv für Online-Shopping oder Online-Banking zu installieren. So stellen Sie sicher, dass etwa die Zugangsdaten für Ihr Bankkonto komplett isoliert sind.

5: Gesundes Misstrauen bei E-Mails auf

E-Mails sind für Kriminelle noch immer einer der einfachsten Wege, um System zu infizieren. Eine gut gemachte Phishing Mail reicht und Ihre Zugangsdaten sind weg oder Sie haben Malware auf Ihrem System. Die meisten Anhänge in Spam-Nachrichten enthalten einen Trojaner – hier gilt besondere Vorsicht. Allerdings sollten Sie sich nicht auf Filter verlassen. Denn rutscht eine Nachricht versehentlich durch, liegt es an Ihnen, diese zu erkennen und nicht darauf zu klicken. Ein guter Tipp von Sean Sullivan ist, HTML und sonstige Spielereien abzuschalten und E-Mails im reinen Textmodus anzeigen zu lassen. So verhindern Sie, dass Links getarnt werden oder unnötige Tracker nachgeladen werden.

6: Setzen Sie auf 2-Faktor-Anmeldungen

Hinter dem sperrigen Begriff 2-Faktor-Authentifizierunt (2FA) verbirgt sich ein sinnvolles Schutzsystem für Online-Konten. Einfach gesagt: Bei jeder Anmeldung benötigen Sie nicht nur ein Passwort, sondern auch noch eine Zahl, die eine App auf Ihrem Handy erzeugt. So ein Verfahren kennen die meisten bereits vom Online-Banking – die TAN ist ein Zwei-Faktor-System. Der Sinn dahinter: Selbst wenn Kriminelle an Ihr Kennwort kommen, ohne Ihr Smartphone können sie sich nicht an Ihrem Account anmelden. 2FA-Zugänge sind inzwischen weit verbreitet, eine gute Übersicht finden Sie auf dieser Seite. Zu Beginn sollten Sie vielleicht nur wichtig Konten schützen, etwa für die E-Mail oder den Passwort Manager. Sobald Sie sich daran gewöhnt haben, können Sie den Schutz ausweiten. Wichtig: Drucken Sie sich zu jedem Konto die Backup-Zahlen aus und verwahren Sie diese an einem sicheren Ort – denn geht Ihr Smartphone kaputt, haben Sie im Zweifel keinen Zugriff mehr auf die 2FA-Zahlen.

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