5 Sicherheitstrends für 2018

Security

2017 neigt sich dem Ende zu. Aus der Sicht von IT-Experten war es ein wildes Jahr, es gab die Enthüllung großer Schwachstellen, weltweite Ausbrüche von Ransomware und natürlich, Daten-Leaks, welche die Privatsphäre unzähliger Nutzer gefährden.

Zusammengenommen muss man sich wundern, worüber man sich in Zukunft sorgen muss. Doch tatsächlich gibt es wenig Neues, für Profis im IT-Sicherheitsumfeld waren viele Zwischenfälle alltäglich. Dennoch ist es wert, einen Blick in die Zukunft zu werfen um zu sehen, was 2018 bringen könne.

Hier sind einige Trends, die unsere F-Secure Experten im Sicherheitsbereich für 2018 sehen.

„Die Menge an Ransomware wird zurückgehen, dafür wird es mehr gezielte Attacken auf Unternehmen geben.“

In 2017 gab es einige interessante Entwicklungen im Bereich Ransomware. Es wurden mehr neue Familien und Varianten gefunden als in allen Jahren zuvor. Der WannaCry-Ausbruch im Mai war eine der größten Attacken, gefolgt von weiteren signifikanten Attacken.

Geht es nach F-Secure Labs Researcher Päivi Tynninen, werden wir in 2018 weniger neue Ransomware-Familien sehen. Sie erwartet aber, dass mehr Unternehmen zielgerichtet per Ransomware angegriffen werden.

„Wir werden immer noch sehen, dass Cyber-Kriminelle neue Erpresser-Malware entwickeln, allerdings lange nicht so viele wie in den letzten beiden Jahren,“ sagt Päivi. „Die Infektionsmaßnahmen um Einzelpersonen anzugreifen sind momentan nicht gerade effektiv. Das Geschäftsmodell dagegen ist eine Geldquelle für Kriminelle. Deswegen werden wir wahrscheinlich mehr gezielte Ransomware-Angriffe auf Firmen sehen – die Kriminelle zielen so auf größere Geldsummen bei weniger Zielen.“

„Biometrie als Form der Authentifizierung wird sich weiter verbreiten.“

Apple hat FaceID als neues Feature im iPhoneX angekündigt. Basierend auf dem Erfolg, mit dem das Unternehmen Technologien in den Massenmarkt bringt, geht F-Security Advisor Sean Sullivan davon aus, dass mehr Personen und Unternehmen auf Biometrie zur Benutzeridentifikation setzen.

„Biometrie gibt es schon lange, allerdings wurde die Technik bislang nie wirklich benutzerfreundlich vermarktet. In der Vergangenheit war Apple sehr erfolgreich damit, den Anwendern neue Technologie nahe zu bringen. Ich gehe davon aus, dass das auch für die biometrische Identifizierung gelten wird,“ sagt Sean. „Es wird mit besseren Smart-Lock-Funktionen für Android beginnen (aktuell ist Smart Lock nicht wirklich auf Sicherheit ausgelegt) und sich schnell auf Applikationen und zusätzliches Investment ausweiten. Diese Funktionen werden künftig deutlich aktiver von Geräteherstellern, Suchanbietern usw beworben werden.“

„Das verwirrende Chaos rund um die EU-DSGVO wird Unternehmen treffen.“

Die neue EU Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) wird im Mai 2018 aktiv werden. Und Umfrage nach Umfrage zeigt, dass viele Unternehmen nicht auf sie vorbereitet sind. Aber F-Secure Privacy Officer Hannes Saarinen denkt, dass die Frage, ob Firmen auf die Deadline vorbereitet sind, zu stark vereinfacht, wofür die EU-DSGVO eigentlich steht.

„Im Mai 2018 werden sehen, dass viele Unternehmen die Minimalanforderungen bezüglich der Vorgaben der EU-DSGVO erfüllen werden. Das lässt sich aus den immer wiederkehrenden „Wir sind nicht bereit für Mai 2018!“-Rufen herauslesen,“ erklärt Hannes. „Beispielsweise benötigt jedes Land das passende Gesetz, um die Vorgaben der EU-DSGVO in nationale Gesetze einzugliedern. Bislang ist das nur in Deutschland geschehen.“

Das bedeutet, dass Deutschland bislang das erste Land ist, dass die EU-DSGVO aktiv umsetzt. Unternehmen in anderen Ländern haben immer noch zahlreiche Fragen, wie sie sich vorbereiten müssen. Hannes geht davon aus, dass viele Unternehmen sich einfach daran gewöhnt haben, mit den rechtlichen Unsicherheiten zu leben, während die Behörden die praktischen Seiten der Regulierung ausarbeiten.

„Unternehmen müssen lediglich alles Mögliche unternehmen, um mit den Regelungen überein zu stimmen – zugleich müssen sie damit leben, dass sich einige Maßnahmen noch ändern können. Das klingt vielleicht bedrohlich, aber die einzige echte Option nach Mai 2018,“ sagt Hannes. „Auf der positiven Seite bleiben die größten Risiken für Strafen gleich, entsprechend können Firmen daran arbeiten, ihre Datensicherheit zu erhöhen, keinen Spam zu versenden sowie transparent und offen damit umzugehen, wie sie Daten der Nutzer verarbeiten. Das wird es langfristig einfacher machen.“

„Ein weiterer Bonus ist, dass in Irland viele US-Unternehmen ihren Sitz haben: Wie wird die EU-DGSVO die Vollstreckungsmacht beeinflussen? Und werden die Anstrengungen der irischen Behörden gut genug für andere Datenschutzbehörden sein? Falls nicht, werden wir sehen, wie gut diese „One-Stop-Shop“-Mechanismen in der Realität sind,“ sagt Hannes. „Ich denke, dass dieser Bereich die Diskussion von der eigentlichen Compliance dahin bewegen wird, wie das Projekt wirklich funktionieren soll.“

„Early Adopter werden den Kauf von smarten Geräten bereuen“

Das Internet der Dinge bringt internet-fähige Fernseher, Toaster und andere Gadgets in unsere Wohnungen. Die meisten dieser vermeintlich „smarten“ Geräte sind dabei alles andere als sicher. Tatsächlich besagt Hyppönens Gesetz, dass ein Gerät, das als smart verkauft wird, auch angreifbar ist. Je mehr sich die Geräte verbreiten, desto schwieriger wird es für die IT Sicherheit.

Sean Sullivan geht davon aus, dass Early Adopter bald feststellen werden, dass ihre Geräte nicht so smart sind wie sie angepriesen wurden. Das wird nicht aufgrund von digitalen Attacken geschehen – sondern weil es von den Herstellern zu wenig Support gibt.

„Internet-fähige Haushaltsgeräte brauchen einen ständigen Software-Support, um zuverlässig zu funktionieren. Für viele Hersteller ist das Neuland. Ich gehe davon aus, dass wir in 2018 einige Wachstumsschwierigkeiten sehen werden, die sowohl Hersteller wie auch Nutzer betreffen,“ sagt Sean. „Die Hersteller wollen den Support für Produkte auslaufen lassen, erste wenige Jahre alt sind. Für die Early Adopter, die frühen Käufer dieser Produkte, bedeutet dies Bugs und Ausfälle bei den Diensten. Die Hersteller werden wahrscheinlich argumentieren, dass Kunden auf neue Geräte aktualisieren oder mit den Einschränkungen leben sollen. Viele Early Adopter werden enttäuscht sein, von den Geräten wie von den Unternehmen, die sie verkaufen.“

„Cyber-Zentauren – Sicherheitsexperten mit KI-Unterstützung werden zum Alltag in der digitalen Sicherheitsindustrie.“

Cyber-Sicherheit benötigt sowohl Menschen (Cyber-Sicherheitsexperten) wie auch Maschinen (künstliche Intelligenz), um aktuelle Bedrohungen abzuwehren. Und Sicherheitsanbieter suchen neue Wege, wie sie die Vorteile auf neue Art nutzen können.

Der Fokus von künstlicher Intelligenz ist häufig auf Automatisierung oder der Verbesserung traditioneller Methoden (etwa der Signatur-basierten Erkennung von Bedrohungen). Doch das Potential von KI ist längst nicht ausgeschöpft, sagt Matti Aksela, Head of F-Secure’s Artificial Intelligence Center of Excellence. Kombiniert mit der menschlichen Expertise kann KI noch viel mehr Transformation anstoßen.

„Die Herausforderung bei KI-Ansätzen ist, dass es oft schwer ist, die zu lösenden Probleme wirklich zu verstehen, wenn kein tiefes Fachwissen vorhanden ist. Wir können das adressieren, indem wir eng mit digitalen Sicherheitsexperten zusammenarbeiten. Gleichzeitig nutzen wir KI um Experten zu unterstützen und zu stärken – schließlich verfügen diese über einen Datenschatz aus Jahre oder Jahrzehnten, den sie durch Erfahrung aufgebaut haben,“ sagt Matti. „Im kommenden Jahr werden wir mehr Sicherheitslösungen sehen, in denen die menschlichen Erfahrungswerte durch künstliche Intelligenz unterstützt und verbessert werden. Solche Experten bezeichne ich als Cyber-Zentauren. Diese Cyber-Zentrauen werden KI-Funktionen nutzen können, um ihre eigene Geschwindigkeit und Leistung deutlich zu erhöhen. Sie werden komplexe Aufgaben schneller lösen können. Das wird zu einer Adaption von KI in Bereichen führen, die wir bislang als zu kompliziert oder zu unpraktisch abgetan haben.“

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