Wie funktioniert Verschlüsselung? Und warum es so wichtig ist!

Sicherheit & Privatsphäre

Unter dem Hashtag #AskFreedomeVPN erreichen uns viele Zuschriften zu Privatsphäre und Datenschutz. Einige Fragen haben wir bereits auf YouTube beantwortet. Einem Thema möchten wir uns aber gesondert widmen, weil das Interesse der Twitter-Conmmunity hier am größten war: Verschlüsselung!

Wenn Sie internationale Nachrichten zu Wirtschaft, Technik oder sogar Politik in letzter Zeit verfolgt haben, ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass das Wort „Verschlüsselung“ häufiger fiel. Aber während es im Zusammenhang mit Milliarden-Dollar-Tech-Unternehmen und Superstar-Whistleblowers oft erwähnt wird, wird etwas anderes leicht vergessen: Ein einfacher Zugang zu Verschlüsselung bietet große Vorteile auch für normale Web-Nutzer wie Sie und mich.

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Die Geschichte der Verschlüsselung

Um die Verschlüsselung heute zu verstehen, müssen wir zuerst in die Vergangenheit schauen. Von ungefähr 1500 v. Chr. bis etwa vor 40 Jahren erfolgte die Verschlüsselung von Text auf  ziemlich genau die gleiche Art und Weise. Personen, die verschlüsselte Nachrichten aneinander übergeben wollten, mussten die sogenannte symmetrische Verschlüsselung verwenden. Dies bedeutete, dass es einen Geheimcode (Schlüssel) gab, der lesbare Nachrichten (Klartext) in ein unlesbares Chaos (Chiffretext) und wieder zurück in eine lesbare Form umwandeln sollte.

Dies hatte zwei Hauptprobleme: Erstens mussten alle kommunizierenden Parteien Kopien des geheimen Schlüssels miteinander teilen. Dies bedeutete entweder, sich treffen zu müssen, um physisch den Schlüssel zu teilen oder einen vertrauenswürdigen Kurier zu engagieren. Zweitens, damit diese Kommunikation privat blieb, mussten alle Parteien den Schlüssel für sich selbst behalten. Würden mehrere Personen den gleichen Schlüssel verwenden, wäre jede Kommunikation anfällig, wenn auch nur eine Person unvorsichtig handeln würde oder kompromittiert worden wäre.

Public-Key-Verschlüsselung

Als im Jahr 1976 die asymmetrische Verschlüsselung (allgemein bekannt als Public-Key-Verschlüsselung) erfunden und eingeführt wurde, war diese eine größere Sache als man sich zunächst vorstellen konnte. Dieses System verwendet zwei Schlüssel anstatt eines. Zuerst gibt es den öffentlichen Schlüssel, dessen einziger Zweck es ist, dass der Absender Klartext in Chiffretext verschlüsseln kann. Nachdem die Nachricht verschlüsselt wurde, kann niemand (nicht einmal der Absender) die Nachricht öffnen, außer die Person mit dem „Private Key“, dem privaten Schlüssel.

Ein einfacher Weg, um dies zu verstehen, ist, sich einen Briefkasten mit zwei Schlüsseln vorzustellen. Der öffentliche Schlüssel ermöglicht es, Briefe einzuwerfen, aber nicht hineinzusehen. Der Eigentümer des privaten Schlüssels ist der einzige, der Zugriff auf den Inhalt des Briefkastens hat. Die beiden Schlüssel sind mathematisch verknüpft, aber es ist nicht möglich, den frei verfügbaren öffentlichen Schlüssel zu verwenden, um den privaten Schlüssel zu erhalten. Ich weiß, es klingt wie Magie, aber es ist eigentlich nur eine Anwendung der modularen Arithmetik.

Schwer zu verstehen, einfach zu nutzen

Jetzt wissen wir, wie Verschlüsselung heute funktioniert, aber was bringt das für Otto Normalverbraucher? Sie, ebenso wie viele andere Menschen, könnten denken: „Ich habe online nichts zu verbergen, warum sollte ich mir die ganze Mühe machen, alles zu verschlüsseln, was ich tue?“ Zunächst einmal ist es wirklich kein Problem, dies zu tun. Der Prozess des Sendens und Empfangens von verschlüsselten Nachrichten erfordert zwar wahnsinnig komplexe Gleichungen, aber das erledigen alles die Maschinen für Sie. Beispielsweise werden Nachrichten, die über Dienste wie Whatsapp gesendet werden, automatisch end-to-end-verschlüsselt, so dass niemand außer den an dem Chat beteiligten Personen sie sehen kann, nicht einmal der Dienstanbieter selbst.

Eine VPN App wie F-Secure Freedome verschlüsselt auch Ihren gesamten Internetverkehr automatisch und schützt Ihre Informationen, während Sie Ihre Spuren online verstecken. So wie es Sicherheitsexpertin Christine Bejerasco im Video ziemlich brillant formuliert hat: „Mit VPN werden Sie zu einem Online-Ninja, der von irgendwoher kommt und woanders hingeht, aber die anderen wissen nicht genau, wer Sie sind oder wo Sie herkommen.“

Warum ist Verschlüsselung so wichtig?

Der durchschnittliche Benutzer sollte folgendes berücksichtigen: Ist Ihr Leben wirklich das offene Buch, von dem Sie denken, dass es so ist? Wenn Ihr Web-Nutzungsverlauf, Ihre E-Mails und Instant Messages keine Informationen enthalten, die Sie nicht mit der Welt teilen möchten, dann ist das einen Applaus wert. Aber die Tatsache ist, dass die meisten von uns Geheimnisse haben. Regierungen glauben, dass sie das Recht haben, in diese Geheimnisse – unter dem Deckmantel der Sicherheit – Einblick zu bekommen. Kriminelle wollen davon profitieren, und jeder, der Ihnen schaden möchte, kann Ihre Online-Kommunikation auf zunehmend einfachere Weise abfangen. Verschlüsselung löst nicht alle Probleme, aber ist eine entscheidende Maßnahme, um Unbefugte von Ihren privaten Angelegenheiten fernzuhalten.

Das Internet hat den Bürgern der Welt eine beispiellose Macht gegeben, miteinander zu kommunizieren, Ideen auszutauschen und gemeinsam diesen Planeten zu einem besseren Ort zu machen. Durch Verschlüsselung können wir dies auch im Angesicht von Zensur und Repression tun. Es lohnt sich daher umso mehr, für die weitere Existenz und Legalität des Internets zu kämpfen.

„Sie denken vielleicht, Sie haben nichts zu verbergen, aber Sie müssen alles schützen.“ – Mikko Hyppönen, Chief Research Officer, F-Secure

 

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