Kostenlose Sicherheit oder kostenpflichtige Sicherheit – was Sie wissen müssen

Sicherheit & Privatsphäre

Es ist immer schön, wenn man etwas kostenlos bekommt. Oder? Es gibt einige wirklich kostenlose Dinge im Internet. Doch was kostenlos zu sein scheint, kann einen verborgenen Preis haben.

Lange Zeit gab es keine Bezahlmodelle im Internet, daher war alles im Netz wirklich kostenlos. Im ursprünglichen Internet, das ein akademisches Werkzeug und eine Spielwiese für Enthusiasten war, war das prima. Unser heutiges Internet ist jedoch völlig anders und in hohem Maße geschäftsorientiert.

Die Kultur, dass es im Internet Dinge kostenlos gibt, ist tief verwurzelt. Die Menschen sind an kostenlose Sachen gewöhnt oder schrecken vor einer Bezahlung zurück, weil sie Angst vor Betrug haben. Dies hat zur Entstehung zahlreicher Geschäftsmodelle geführt, die auf kostenlosen Produkten und Leistungen gründen. Eine wichtige Kompetenz heutiger Cyberbürger besteht darin, diese Geschäftsmodelle zu kennen und die verborgenen Risiken und Kompensationen zu verstehen.

Sicherheit ist einer der Bereiche, in denen es einen großen Markt für kostenlose Software gibt. Doch woher wissen Sie, ob die Software vertrauenswürdig ist? Bevor Sie anbeißen, sollten Sie sich stets die folgende Frage stellen: Warum wird dies kostenlos angeboten? Dies ist die entscheidende Frage, da die Motive des Anbieters bestimmen, ob das Produkt oder die Dienstleistung sicher zu nutzen ist.

Suchen Sie zuerst Informationen darüber, wer das Produkt hergestellt hat und warum. Versuchen Sie dann, es in eine der im Folgenden genannten Kategorien einzuordnen. Jetzt ist es viel einfacher einzuschätzen, wie sicher das Produkt bzw. die Dienstleistung ist.

Scams und Malware

Malware und Scams werden häufig als kostenlose Angebote maskiert. Wir haben bereits erlebt, dass Malware als kostenlose Sicherheitssoftware gekennzeichnet war und dann nach dem Herunterladen das Gerät infizierte. Das ist das Gegenteil von Sicherheit! Wir haben auch schon kostenlose Sicherheitssoftware gefunden, die zwar nicht bösartig war, aber nichts tat, um Online-Angriffe abzuwehren. Im Internet kann jeder vorgeben zu sein, was er will. Ebenso kann auch Software vorgeben, Sie zu schützen, doch sollten Sie die Anzeige nicht beim Wort nehmen.

Ein guter Tipp ist, auf www.AVTest.org nach Sicherheitsanbietern zu schauen, die unabhängig getestet wurden. F-Secure hat vier Jahre in Folge die Auszeichnung „Best Protection“ von AV-Test erhalten und wurde im Sommer von der Internet Service Providers’ Association mit „Best Security“ prämiert.

Werbefinanziert

Eine sehr gängige Weise, Produkte oder Dienstleistungen kostenlos bereitzustellen. Ihnen wird Werbung gezeigt, und der Anbieter bekommt Geld von den Werbetreibenden. Seien Sie vorsichtig mit werbefinanzierter Software auf Geräten, die Ihre Kinder nutzen. Sie haben keine Kontrolle über die Werbung, und manche Inhalte sind eventuell ungeeignet. Ansonsten ist sie meistens legitim, wenn Sie die Werbung nicht zu lästig finden.

Benutzerprofilierung

„Wenn Sie nichts für das Produkt bezahlen, dann sind SIE das Produkt.“ Damit gelangt Adware auf eine höhere Ebene. Big-Data-Unternehmen wie Facebook und Google bieten ihre Dienste kostenlos an, erstellen jedoch umfangreiche Profile ihrer Benutzer und nutzen sie für Marketingzwecke. Dies ist ein Datenschutzproblem, denn Sie haben keine Kontrolle darüber, welche Daten gesammelt und wie sie ge(miss)braucht werden. Diese Daten umfassen den Verlauf Ihrer Websuche, der eine Menge über sie aussagt.

Upselling oder Servicegebühren

Viele Sicherheitsanbieter stellen kostenlos ein einfaches Produkt oder eine elementare Dienstleistung bereit, doch müssen weitere Funktionen und Schutzmerkmale bezahlt werden. Sie werden auch für ein Upgrade bezahlen müssen, um Support zu erhalten. Wenn Sie keinen technischen Sinn haben, ist das möglicherweise nicht die beste Option für Sie. Vielmehr ist ein umfassendes Sicherheitspaket, das alle Ihre Geräte schützt und Ihnen Ruhe bietet, für die meisten Menschen die bessere Option.

Schließen wir mit einer Checkliste für Menschen, die erwägen, eine kostenlose Dienstleistung oder ein Gratisprodukt zu nutzen:

  1. Finden Sie heraus, wer es hergestellt hat. Prüfen Sie, ob der Anbieter offen erklärt, warum das Produkt kostenlos ist.
  2. Prüfen Sie, ob der Anbieter kostenpflichtige Alternativen zur kostenlosen Version anbietet und wodurch sie sich unterscheiden.
  3. Ist der Anbieter vertrauenswürdig? Sie sollten Software aus nicht vertrauenswürdigen Quellen nicht verwenden, auch wenn sie kostenlos ist.
  4. Überlegen Sie schließlich, ob das kostenlose Angebot wirklich das ist, was Sie möchten. Manchmal ist es eine tolle Alternative zu teuren Produkten, und manchmal bezahlen Sie einen hohen verborgenen Preis, bloß um ein paar Euro zu sparen. Gelegentlich auch sind die kostenlosen Alternativen nicht für die Aufgabe geeignet, und Sie wären mit einem professionell hergestellten Produkt besser bedient. Überlegen Sie, ob es wirklich schlau ist, ein paar Euro zu sparen.

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