Eine teure Angelegenheit: Abzocke per Abo

Sicherheit & Privatsphäre

Ein Vertriebsmitarbeiter verließ ein Geschäftstreffen und nahm sein Handy heraus, um einen Kunden anzurufen. Während des Gesprächs machte das Gerät mit einer ankommenden Textnachricht auf sich aufmerksam. Nachdem er den Bildschirm entsperrte, las er einen Text: „Vielen Dank für die Aktivierung von WEATHER TODAY. Sie werden drei Mal pro Tag eine Textnachricht mit dem Wetterbericht erhalten. Dieser Dienst kostet 1,00 Euro pro Tag. Wenn Sie Ihr Abonnement kündigen möchten, schicken Sie uns bitte eine SMS mit ‚STOP.A133‘ an 92590.“

Dies ergab alles keinen Sinn. Er hatte auf diesem Telefon noch nie einen derartigen Dienst aktiviert. Es war ein Firmentelefon, das er nur verwendete, um Kunden zu kontaktieren. Auf jeden Fall brauchte er keine Wettervorhersage. Um seinem Unternehmen Geld zu sparen, folgte er schnell den Anweisungen im Text und stornierte den Dienst. „Fertig!“, dachte er und ging zurück zu seinem Auto, um zur Zentrale seiner Firma, einem Beratungsunternehmen, zurückzufahren.

Aber dies sollte nur der Anfang der Schwierigkeiten sein, die auf ihn warteten. „Komm sofort in mein Büro!“, las er in einer E-Mail von seinem Chef zwei Wochen später. „Es geht bestimmt um den Vertrag mit der Bank, den ich endlich abgeschlossen hatte“, dachte sich der Vertriebsprofi und eilte die Treppe hinauf zu seinem Vorgesetzten.

„Sind Sie von Sinnen?! 500 Euro Abo-Gebühren, weil sie zusätzliche Dienste aktiviert haben! Sie haben doch alles, was Sie zum Arbeiten brauchen: unbegrenzt Telefonieren und Online-Zugriff. Aber ich werde das Geld des Unternehmens nicht für einige dumme Extras vergeuden!“, tobte der Vorgesetzte. „Boss, ich hatte eine seltsame Text von einem Wetterdienst erhalten, aber sofort das vermeintliche Abonnement widerrufen, ich wusste nicht, dass dies zu einem Problem werden würde“, antwortete der überraschte Vertriebsmitarbeiter. Er willigte ein, die Gebühren aus der eigenen Tasche zu bezahlen und so schnell wie möglich die ganze Situation zu klären. Der Chef schien sich ein wenig zu beruhigen, würde dies aber in der Personalakte vermerken, wenn das Problem nicht bis Ende des Monats gelöst sein sollte. „Dieses Mal werde ich ein Auge zudrücken, aber passen Sie auf!“, warnte der Manager.

Erschrocken und etwas verwirrt, machte sich der Mitarbeiter daran, im Internet mehr über WEATHER TODAY zu erfahren. Als er die ersten Browser-Treffer sah, wusste er bereits, dass er gefunden hatte, wonach er suchte. In einem Artikel auf einem IT-Sicherheitsportal war zu lesen, dass die Aktivierungsnachricht ein Trick war, um verunsicherten Empfängern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Gerade aber die „STOP.A133“-Nachricht kostete 500 Euro.

Er folgte dem Rat des Autors, mobile Sicherheitssoftware, die vor Spam schützt, zu installieren. Dazu verglich er die verfügbaren Angebote und wählte die beste App von einem renommierten Anbieter, um nie wieder seine Arbeit wegen einer SMS-Nachricht riskieren zu müssen. Neben der Installation einer mobilen Sicherheitslösung wird der Vertriebsangestellte auch nicht mehr auf unaufgeforderte Textnachrichten von unbekannten Absendern reagieren.

Aber gibt es noch etwas, was man tun kann, um sich zu schützen? „Einige Mobilfunkbetreiber bieten eine Ausstiegsklausel oder eine Deaktivierung der Abrechnung über SMS an“, erklärt Sean Sullivan, Sicherheitsberater bei F-Secure. „Es ist sehr überraschend für mich, dass viele Unternehmen nicht gleich standardmäßig eine Flottensperrung für die Geräte ihrer Mitarbeiter verlangen.“ Damit ließen sich unnötige Kosten und jede Menge Ärger ersparen.

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