5 Dinge, die Twitter über Sie weiß (auch wenn Sie keinen Twitter-Account haben)

Privacy, Security

Auf der re:publica 2015 erklärte Mikko Hypponen, Chief Research Officer bei F-Secure, dem Publikum vor der Haupttribüne, dass die weltbesten Wissenschaftler sich mit der Übermittlung von Werbeanzeigen beschäftigen. „Ich denke, das ist traurig“, sagte er.

Um dem Publikum ein Gefühl dafür zu geben, wie viel Twitter über seine Benutzer weiß, zeigte er ihnen die bemerkenswerte Zielgruppenanalyse, die der Microblogging-Dienst  seinen Werbekunden bietet. Wenn Sie Twitter nutzen, werden Ihnen Werbe-Tweets serviert auf der Grundlage der folgenden Kriterien:

  1. Welche Frühstücksflocken Sie essen.
  2. Welchen Alkohol Sie trinken.
  3. Ihr Einkommen.
  4. Ob Sie unter Allergien leiden.
  5. Ob Sie ein Kind erwarten.

Und das ist erst der Anfang. Twitter-Benutzer können gezielt kategorisiert werden, nicht nur auf Basis des letzten Geräts, das sie bestellt haben, sondern auch der Dinge, für die sie sich interessieren, etwa ein neues Haus oder ein neues Auto. Das Targeting kann jeder Twitter-Nutzer in der rechten oberen Ecke der Benutzeroberfläche verfolgen, indem er auf sein Icon klickt und „Twitter Ads“ auswählt. Twitter kann all dies nur auf der Grundlage der Tweets eines Benutzers in Erfahrung bringen. Welche Benutzerkonten werden folgen?

Nein, sagte Mikko Hypponen. „Sie kaufen diese Informationen aus den Geschäften der realen Welt, vom Kreditkartenunternehmen und von Frequent-Buyer-Clubs.“

Twitter verbindet dann diese Informationen auf Grundlage der Telefonnummer des Nutzers. Und jeder Nutzer hat vereinbart, dass dies geschieht, weil er die über 7.000 Wörter in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelesen und sich gemerkt hat. Weil jeder die Geschäftsbedingungen liest.

Vollständige Offenlegung: Wir nutzen gelegentlich Tweets auf Twitter, um die Botschaft der digitalen Freiheit weiterzutragen und Tools wie Freedome, die Werbe-Tracker blockieren, zu promoten. Es ist ein wirksames Instrument, wie es die Ironie so will.

Ein Teil unserer Mission ist es, deutlich zu machen, dass es so etwas wie „kostenlos“ im Internet nicht gibt. Wenn Sie einen Preis nicht zahlen, sind Sie selbst das Produkt. Der Designer und Social Entrepreneur Aral Balkan vergleicht soziale Netzwerke mit gruseligen Onkels, die Rechnungen bezahlen, um möglichst viele Gespräche mitzubekommen, und diese Informationen dann an ihre tatsächlichen Kunden verkaufen kann.

Und da sich die weltweit besten Köpfe damit beschäftigen, Ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen und zu monetarisieren, sollte man sich vor Werbetreibenden schützen, da sie immer unter uns sind. Die meisten der Top-URLs auf der Welt sind eigentlich Tracker, auf die Sie nie direkt zugreifen. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Erkenntnisse Werbekunden jedes Mal gewinnen, wenn Sie sich durchs Internet klicken, probieren Sie am besten unseren neuen Privacy Checker aus.

2 Kommentare

Danke, gut zu wissen was da alles abgeht…
Bin absichtlich nicht bei facebook od. twitter, weil ich eben diese Offenlegung meiner privaten Dinge nicht mit dem Rest der Welt teilen wollte, bzw. will.
Mit freundlichen Grüßen
P. H.

Gefällt 1 Person

[…] Mikko hat auch festgestellt, dass Twitter unsere Offline-Daten mit unseren Profilen über unsere Telefonnummer verbindet. Wenn Sie also Ihre Handynummer aus einem proaktiven Grund freigeben, z.B. die Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung oder die Kontowiederherstellung, füttern Sie auch das Datenmonster, indem Sie sich noch profitabler machen für die datenhungrigen Online-Unternehmen. […]

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