#rp15: Ist es wert, für unsere Online-Zukunft die Privatsphäre und Sicherheit zu opfern?

Privacy, Security

Viele Geschäftsmodelle und Plattformen des digitalen Lebens arbeiten auf Kosten der Privatsphäre. Multinationale Unternehmen wie Google und Facebook verdienen damit bereits Milliarden und forschen an neuen Möglichkeiten, um persönliche Daten zu monetarisieren. Aber dies scheint nicht illegal, da die Benutzer fröhlich den Preis zahlen für „kostenfreie“ Dienste. Auf der anderen Seite gibt es Gruppen, die bereit sind, Gesetze zu brechen und es auf unsere Online-Sicherheit abgesehen haben. Dazu zählen Kriminelle, die damit Geld machen wollen, ebenso wie Regierungen, die Überwachung und E-Spionage betreiben. Gefährden diese beiden Themen – Privatsphäre und Sicherheit – Europas Online-Zukunft und digitale Kultur? Auf diese Frage geht Mikko Hyppönen  auf der diesjährigen re:publica näher ein.

Vorsicht vor kostenlosen Apps oder Services! Irgendeinen Preis zahlen wir immer.

Das Internet ist eine ziemlich bemerkenswerte Sache. Dies gilt vor allem für die kostenfreien und „Open“-Dienstleistungen, die wir alle nutzen können. Leider sind die meisten der Produkte und Dienstleistungen, die als „kostenfrei“ vermarktet werden, weit davon entfernt. Und den Menschen ist erst vor kurzem der Wert der Daten als eine Art digitaler Währung bewusst geworden. Gigantische Unternehmen wie Facebook und Google haben eigene Reiche geschaffen mit den Daten, die ihnen von ihren Kunden zur Verfügung gestellt werden. Die Kunden haben ihnen nie Geld gegeben.

Menschen nutzen stattdessen ihre persönlichen Daten, um digitale Dienste zu bezahlen. Jedes Mal, wenn Sie Ihr Einverständnis zu den Nutzungsbedingungen oder einem Endbenutzer-Lizenzvertrag erklären, um einen „kostenfreien“ Service zu nutzen, zahlen sie dafür – mit Ihrer Privatsphäre. Und nun arbeiten diese Unternehmen miteinander wie nie zuvor, um neue Geschäftsmodelle und neue Wege zu finden, um die persönlichen Daten der Bürger zu monetarisieren.

Dies ist auch nichts Unrechtmäßiges, da die Endanwender alle Bedingungen akzeptieren, um ihre „kostenfreien“ Dienstleistungen nutzen zu dürfen. Kriminelle Akteure wiederum, die unsere Online-Sicherheit beeinträchtigen, sind absolut bereit dazu, das Gesetz zu brechen. Dies gilt sowohl für Kriminelle, die Angriffe starten, um Geld zu verdienen, als auch für Regierungen, die dies zu Überwachungs- und Spionagezwecke tun.

Bedenken über die Privatsphäre und Sicherheit sind nicht einfach zu vermitteln, aber sie sind zu wichtig, um sie zu ignorieren. Hier in Europa gibt es eine Menge Diskussionen über die Integration und den Nutzen eines großen digitalen Marktplatzes. Ich bin ein Optimist, aber ich verstehe auch, dass eine solche Integration neue Herausforderungen und unvorhergesehene Risiken mit sich bringen wird.

Unternehmen reden miteinander darüber, wie sie noch mehr Geld auf Kosten der Privatsphäre der Menschen machen können. Online-Kriminelle kommunizieren miteinander, wie sie die digitale Bedrohungslandschaft weiterentwickeln werden. Wir müssen anfangen, über Datenschutz und Sicherheit zu sprechen, wenn wir eine gesunde digitale Kultur entwickeln wollen. Und wir müssen das Gespräch jetzt beginnen.

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