#IoT: Wird unser Zuhause zu intelligent und stellt somit eine Gefahr für uns dar?

Internet der Dinge, Security

Informatik-Professor Raul Rojas, Forscher für Künstliche Intelligenz an der Freien Universität in Berlin, ist Eigentümer eines der weltweit ersten Smart Homes. Kürzlich hatte er mit einer Glühbirne im Haus zu kämpfen, wie er berichtete: „Ich ging mit meinem Notebook ins Netzwerk und stellte fest, dass ein Gerät kontinuierlich Datenpakete sendet. Dies war ein klassischer Denial-of-Service-Angriff.“ Die Glühbirne überlastete das Netz mit Anfragen, da sie ersetzt werden wollte.

Bis Ende 2015 werden mehr als 5 Milliarden internetfähige Geräte weltweit aktiv sein, schätzt Gartner. In nur fünf Jahren, bis 2020, geht Gartner von über 25 Milliarden Geräten im sogenannten Internet der Dinge (IoT) aus, die wieder für Furore sorgten auf der diesjährigen CES. ABI Research rechnet sogar mit über 40 Milliarden, Die Internet Business Solutions Group von Cisco prognostiziert 50 Milliarden vernetzte Geräte und Morgan Stanley sogar bis zu 75 Milliarden. Das massive Wachstum von Tablets und Smartphones, neben PCs, wird anhalten. Aber Unternehmen wie Cisco und Samsung wetten Milliarden Dollar darauf, dass die explosionsartige Zunahme neuer internetfähiger Geräte zu einem guten Teil auf Geräte, Sensoren und Zubehör entfallen wird.

Bis zu einer Million Haushalte in Deutschland sollen laut einer Bitkom-Studie innerhalb von fünf Jahren Smart Homes sein. Wie viele internetfähige Geräte gibt es heute bereits im Durchschnittshaushalt? Abgesehen von den Geräten, die für Internet und E-Mail genutzt werden, wären dies beispielsweise Webcam, Kabel-Setup-Box, Gaming-System und Smart-TV. Möglicherweise ist bereits ein internetverbundener Thermostat im Einsatz, um Geld zu sparen je nach An- und Abwesenheit der Bewohner und der Stromanschluss hängt an einem „Smart Grid“, um den Energieverbrauch großräumig zu optimieren. Autos können bei Bedarf bereits Notrufe absetzen. Und bald wird der Wecker mit der Kaffeemaschine kommunizieren. All dies erfolgt drahtlos von Maschine zu Maschine.

Vieles sprengt den Rahmen der meisten Vorstellungen, eröffnet jedoch großartige Möglichkeiten, spart Zeit, Energie und damit auch die Umwelt. Das Potenzial für das Internet der Dinge ist riesig, was leider aber auch vor dem Hintergrund der kriminellen Phantasie gilt Die meiste Interaktionen werden nahtlos erfolgen, primär durch die Bewegung und Stimme von Menschen. Wenn Hunderte von neuen Geräten mit mehreren Betriebssystemen, alle angebunden an die Cloud, im Haushalt aktiv sind, werden Schwachstellen und Sicherheitslücken unvermeidlich. In ein paar Jahren wird es so viele Computer in jedem Haus geben, dass es kaum zu unterscheiden sein wird, ob sie bereits gehackt wurden oder nicht.

Angesichts der bisherigen Intimität im eigenen Haus ist die Aufregung darüber, dass ein Smart-TV Gespräche mithören könnte, verständlich. Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit sind daher unvermeidlich. Werden also Kriminelle tatsächlich versuchen, das Internet der Dinge für ihre Zwecke auszunutzen? Ja, weil sie bereits intelligente Geräte nutzen, um Spams zu versenden und Bitcon Mining zu betreiben.

In Anbetracht dessen, dass wir uns auf dem Gipfel einer massiven technologischen Welle – ähnlich wie das World Wide Web in der Mitte der neunziger Jahre – befinden, sollten wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen, um die Zukunft sicherer zu gestalten. Dies ist bei mobilen Geräten bereits teilweise geschehen. Die Gerätehersteller haben ein App-Store-Modell eingeführt, um Schadsoftware unter Kontrolle zu bringen. Apple, mit den strengsten Genehmigungsverfahren, geht effektiv dabei vor, seine iOS-Plattform fast vollständig frei von Malware zu halten. Dies bedeutet nicht, dass sich alle Bedrohungen, massives Tracking und der riesige Datenverlust, die im heutigen Internet an der Tagesordnung stehen, verhindern lassen. Es gibt aber viele Verbesserungsmöglichkeiten.

Bei der Entstehung des Internets der Dinge sollten Datenschutz und Sicherheit beachtet werden. Die Verbraucher können zwar nicht erwarten, dass sich die Hersteller hierfür besonders engagieren werden, können aber einiges selbst bewirken in ihrem intelligenten Zuhause. F-Secure wird in Kürze darüber berichten.

[Image by Liz West | Flickr ]

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