GCHQ spioniert Internetnutzer illegal aus – auch Sie?

Privacy

Die britische Geheimdienstbehörde GCHQ hat Internetnutzer illegal ausspioniert – Privacy International bietet eine Überprüfung an, wer davon betroffen ist.

Nach den Snowden-Enthüllungen über die Machenschaften der NSA kam nun – wenig überraschend – ein ähnlicher Fall in Europa ans Tageslicht. Die britische Geheimdienstbehörde GCHQ (Government Communications) hat ohne rechtliche Grundlage eine große Anzahl von Internetnutzern ausspioniert. Was positiv überrascht, ist, dass das britische Surveillance Tribunal endlich zu einer handfesten Entscheidung gekommen ist, nämlich dass der geheime Informationsaustausch zwischen der NSA und GCHQ rechtswidrig war. Dies ist auch ein willkommener Beleg dafür, dass unnötige Geheimhaltung nicht akzeptabel ist. Geheimhaltung ist bei der Aufklärungsarbeit nötig, aber wurde weithin missbraucht, um rechtswidrige Aktivitäten zu verbergen.

Der Dank gebührt in diesem Fall Privacy International und ihren Unterstützern für diese wichtige Arbeit – und diese geht noch weiter. So bietet die Organisation Internetnutzern die Möglichkeit an, zu erfahren, ob sie von der illegalen Überwachung selbst betroffen waren. Hierzu müssen sie ihre Kontaktdaten einreichen und können im Rahmen der Teilnahme an einer Aktion in Erfahrung bringen, ob die GCHQ Daten über sie gesammelt hat. Eigentlich eine gute Sache.

Lieber zweimal überlegen vor der Weitergabe privater Daten
Wer etwas mehr auf Privatsphäre bedacht ist, wird über den Text auf der Aktionsseite schmunzeln: „Ich ermächtige Privacy International und deren Rechtsteam, meine Informationen an GCHQ weiterzuleiten …“ Dies ist natürlich notwendig, wenn bei der GCHQ angefragt wird, ob Daten über die betreffende Person gesammelt wurden. Aber was passiert, wenn dies nicht der Fall war? Dann hat die GCHQ eben jetzt die Daten. Das Einreichen privater Informationen an eine Behörde, die gerade mit illegaler Datenverarbeitung konfrontiert wurde, scheint keine so gute Idee zu sein. Und dabei geht es nicht nur um Name, E-Mail und Telefonnummer. Was weniger offensichtlich ist: Diese Informationskomponenten werden in einem Zusammenhang eingereicht. Hatte die GCHQ zuvor nur die E-Mail-Adresse eines Nutzers, weiß sie nun auch, wem das Mailkonto gehört.

Die Kampagne von Privacy International ist dennoch großartig und bietet eine einmalige Gelegenheit, einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Geheimdienste zu bekommen. Deswegen solle man sich nicht zu viel Gedanken machen, dass man über dieses Formular zu viele Informationen preisgibt. Die Informationen, die übermittelt werden, sind der GCHQ vermutlich ohnehin schon bekannt – oder sie kann diese leicht herausfinden, wenn sie ein echtes Interesse an jemandem haben sollte. Daher spricht nichts dagegen.

Dies ist dennoch ein gutes Beispiel dafür, dass sich Internetnutzer, bevor sie private Daten weiterreichen, immer noch ein zweites Mal überlegen sollten, wem und zu welchem Zweck sie die Daten zur Verfügung stellen.

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4 Kommentare

Danke für den Bericht! Da liegt schon ein bisschen Ironie drin, dass Du den Link zu dem Angebot gesetzt hast, bevor der nächste Absatz den Haken erklärt? Ich empfinde das ja als Vertrauen, das Du in den Leser setzt!

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Die doppelte Ironie besteht doch darin, dass erst der Link gesetzt ist, im nächsten Absatz dann der Haken an der Sache erklärt wird und der übernächste Absatz sogar empfiehlt an der Sache teilzunehmen.

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