Nur wir haben das Recht unseren Hintern zu entblößen — oder auch versteckt zu halten

Wir bei F-Secure

Wir können nicht alle so mutig sein wie Emma Holten.

Als Reaktion dessen, dass ihr Ex-Freund als Rache Nacktfotos im Internet von ihr veröffentlichte, entschloss sich die 21-jährige Dänin dazu, zum Angriff über zu gehen. Nicht der Ex oder unbekannte Angreifer sollten die Entscheidungsgewalt darüber haben, was veröffentlicht werden darf oder auch nicht.

Sie hatte eine eigene Fotografin engagiert und veröffentlichte nun selbst Aktfotos und ein eindrucksvolles Essay unter dem Titel „Consent„.

„Mit den Aktfotos geht es mir darum zu zeigen, dass ich kein Lustobjekt bin, sondern in erster Linie ein menschliches Wesen“, schrieb sie. „Was meinen Körper angeht schäme ich mich nicht, aber er gehört mir. Es geht hier vor allem um meine ausdrückliche Zustimmung. Wie Vergewaltigung und Sex nichts miteinander zu tun haben, so sind Fotos, die mit und ohne Zustimmung geteilt wurden, völlig unterschiedliche Dinge.“

Ein Hack, der als „Selbst schuld“ seine Kreise zog
Nachdem ein Hack im letzten Jahr dazu führte, dass Nacktfotos von Hollywood-Stars im Internet veröffentlicht wurden, waren viele von uns darüber schockiert, dass man die Schuld bei den Opfern suchte. Allem voran von unserem EU-Kommissar für Digitalwirtschaft Günther Oettinger.

Diese Frauen hatten Bilder von sich an einem Ort gespeichert, von dem sie ausgingen, dass dieser Raum privat und geschützt sei. Es ist fast schon so, als ob eine Frau hinnehmen müsste, dass ihre Aktfotos zum öffentlichen Eigentum übergingen.

Wir bei F-Secure sind der festen Überzeugung, dass jeder die Möglichkeit haben sollte, die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um sein Online-Leben zu schützen. Insbesondere wenn es um Personen geht, die eine hohe Sicherbarkeit im Internet haben. Und wenn die intimsten Teile unseres Lebens nicht heilig sind, was dann?

Ein Shooting, das als „Selbstbestimmt“ seine Kreise ziehen wird

Am Freitag, den 26. September 2014, hatten sich nun neun meiner Kolleginnen dazu entschlossen, nackt vor der Kamera zu posieren, um sich mit den Opfern solcher Hacks solidarisch zu zeigen. Sie wussten: Wenn sie ihre Bademäntel ausziehen sollten, dann wären sie allen hilflos ausgesetzt, die eine Kamera in der Hand hielten.

Meine Kollegin Laura dazu: „Das völlig freiwillige Shooting ist für uns sehr schwer gefallen. Denn es war ein beklemmendes Gefühl zu wissen, dass unsere Bilder auch mit Zustimmung im Netz landen werden. Wie mussten sich dann die Celebrities gefüllt haben, als man sie dieser Schmach aussetzte. Was würden wohl meine Kollegen denken, wenn sie Nacktbilder von mir sehen. Was würden meine Freunde und Familie sagen? Warum kümmert es mich?“

Wer nun Emmas Essay gelesen hat dem wird klar: Es geht hier nicht um Pornografie und die Darstellung öffentlicher Nacktheit.

Es geht hier aber auch nicht um die Beziehung, die man zu seinem eigenen Körper hat. Es geht um Macht, Angst und die daraus resultierenden Folgen. Es geht um die Furcht vor der ungerechten Beurteilung Dritter und vor allem um den Mangel an Unterstützung für die Opfer. Es geht auch darum, zu wissen, dass die Opfer die Schuld mehr auf sich nehmen als die Täter. Es geht um die Angst, man könne der nächste sein und schlimmer, ohne eigenes Zutun.

Meine Kolleginnen hielten immer wieder die Veröffentlichung der Bilder zurück, weil sie befürchteten, dass die Bilder falsch interpretiert werden könnten.

Ein Statement, das wir setzen wollen
Mit Emma Holten wurde ihnen jetzt klar, dass es einen entscheidenden Punkt gibt, den sie noch nicht bedacht hatten: Welches Zeichen wollen wir damit setzen? Emma hat meinen Kolleginnen geholfen, zu verstehen, dass es um die Zustimmung geht. Emma musste zurückgewinnen, wie ihr Körper interpretiert werden sollte und sie hat meine Kolleginnen dazu inspiriert, ein Statement zu setzen, dass sie schon die ganze Zeit über setzen wollten: Nur wir haben das Recht zu sagen, was privat ist und was öffentlich gemacht werden darf.

Meine Kolleginnen hatten Kontakt zu Emma aufgenommen, um ihr zu sagen, dass sie die letzte Inspiration war, die für diese Entscheidung fehlte. Und jetzt möchten meine Kolleginnen Sie dazu ermutigen, sich der Bewegung anzuschließen. Seien Sie laut und machen darauf aufmerksam: Privatsphäre ist ein fundamentales Recht und die Verletzung dessen ist kriminell.

Schließen Sie sich uns an und posten ein Nacktfoto von sich auf Twitter mit dem Hashtag #uncoveryourarse.

Die Botschaft lautet: Jeder sollte das Recht haben, selbst zu bestimmen, wie er mit seiner Privatsphäre umgehen möchte und was er zeigen möchte. Und wie Emma, wollen wir uns nicht mehr länger in Schweigen hüllen.

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