#SonyHack: Vertraue nicht dem FBI – zumindest noch nicht

Sicherheit & Privatsphäre

Wie Carl Sagan zu sagen pflegte: Außergewöhnliche Schadenereignisse erfordern außergewöhnliche Beweise. Und vor kurzem sollte die Öffentlichkeit einer besonders außergewöhnlichen Behauptung Glauben schenken: Dass Nordkorea jüngst Sony Pictures Entertainment angegriffen und eine unglaubliche Menge an Daten zerstört hat. Bis dato wurden aber noch keine außergewöhnlichen Beweise angeboten.

Ein Großteil der „Beweise“, die in den Raum gestellt wurden, stammen hauptsächlich von anonymen hochrangigen US-Beamten, von denen die meisten angeblich nicht aktiv an der FBI-Untersuchung beteiligt sind.

Und das FBI selbst? Nun, die Position von Director James Comey kann bislang einfach als „Vertrauen Sie uns!“ zusammengefasst werden. Aber viele Leute in der IT-Sicherheitsbranche trauen Comey nicht, eine Haltung, die er als „Post-Snowden-Misstrauen“ abgetan hat. Er scheint nicht zu erkennen, dass in vielen Kreisen gegenüber den Schlussfolgerungen der US-Regierung schon lange vor der Bekanntmachung von Edward Snowden Misstrauen vorherrscht.

Wer auch immer Sony Pictures Entertainment gehackt hat, vielleicht werden wir es nie erfahren. Aber egal, wer dafür verantwortlich ist: Besonders aufschlussreich bei diesem Fall ist die „Vertraut uns!“-Haltung der US-Regierung. Diese zeigt einen anhaltenden Mangel an Respekt vor dem gesunden Menschenverstand der US-Bürger und anderer Menschen auf der ganzen Welt.

Vertrauen ist ein Akt des Glaubens. Aber Vertrauen in die Regierung sollte nicht bedeuten, dem Glauben auf die Sprünge helfen zu müssen. Auf außergewöhnliche Behauptungen angesichts der trüben und scheinbar widersprüchlichen Informationen zu vertrauen, geht einfach einen Schritt zu weit. Und so ist die Obama-Regierung dabei, Nordkorea trotz des Fehlens echter Beweise zu verurteilen, was uns veranlasst für das weitere Jahr 2015 folgendes vorherzusagen:

Paragraph 215 und Paragraph 206 des USA PATRIOT Act und Paragraph 6001 des Intelligence Reform and Terrorism Prevention Act werden vor dem Ablaufdatum am 1. Juni 2015 neu verabschiedet werden.

In der Post-Snowden-Ära, schien es, dass für diese umstrittenen Bestimmungen die politische Unterstützung fehlen könnte, aber jetzt sind wir zuversichtlich, dass Washington DC handeln wird, um sich vor „Nationalstaat-Cyber-Terrorismus“ zu schützen und die Gesetze erneuern wird.

Erwarten Sie keine Reform im Jahr 2015. Die Verletzung Ihrer digitalen Freiheit wird sich fortsetzen. Innerhalb von 144 Tagen ab jetzt. Markieren Sie dies in Ihrem Kalender.

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